Nach Kritik von Anwohnern hat sich der Roetgener Gemeinderat jetzt für eine andere Linienführung entschieden

Der Ortsbus, der ab Anfang Dezember in der Gemeinde Roetgen verkehren soll, wird nicht wie zunächst geplant durch die Kalfstraße und den Willemslägerweg fahren. Nach massiven Protesten der Anwohner hat sich der Gemeinderat für eine andere Linienführung entschieden. Nun soll der Ortsbus eine Schleife durch die Faulenbruchstraße (siehe Karte) fahren.

Nötig ist der Ortsbus, weil die Schnellbuslinien SB 63 und 66 nach der Fahrplanumstellung im Dezember keine Schleife mehr durch den Ort fahren (außer abends sowie samstags, sonn- und feiertags), sondern geradewegs auf der B 258 bleiben werden. Stattdessen soll der Ortsbus die Fahrgäste werktags von 6.15 bis 20 Uhr im Halbstundentakt zum Bushof/Post bringen, wo sie Anschluss an die Schnellbuslinien finden. Das sind rund 30 Fahrten am Tag.

Als nach dem Bekanntwerden der Pläne zahlreiche Beschwerden bei der Gemeindeverwaltung eingingen, hatte Bürgermeister Jorma Klauss das Thema Ortsbus erneut auf die Tagesordnung des Gemeinderates gesetzt. Den Politikern wurden dazu mehrere von der Aseag (Aachener Straßenbahn- und Energieversorgungs-AG) ausgearbeitete Alternativen vorgelegt.

„Die individuellen Interessen der Anwohner sind mit dem Interesse der Allgemeinheit abzuwägen.“

Jorma Klauss, Bürgermeister

Bedenken zum Ausdruck gebracht

Zur entsprechenden Sitzung des Gemeinderates waren etwa 30 Bürger erschienen. Viele von ihnen brachten ihre Bedenken in der „Fragestunde für Einwohner“ nachhaltig zum Ausdruck. Die Straße sei zu schmal für einen Bus, Kinder und ältere Menschen würden gefährdet, beim Abbiegen des Busses auf die Bundesstraße entstünden brenzlige Situationen und die Bankette würden beschädigt, lauteten einige der Argumente. Die Bürger fragten unter anderem: Wer haftet im Schadensfall? Was ist bei Schnee? Kann es zu Schäden an in den Banketten verlegten Kabeln kommen? Sind bereits Parkverbote geplant?

Bürgermeister Jorma Klauss ging ausführlich auf die Bedenken der Anwohner ein, konnte sie aber nicht zerstreuen. Er erklärte, dass er die Emotionen der Anwohner nachvollziehen könne. Er verwies aber auch darauf, dass es an vielen anderen Straßen in der Gemeinde nicht weniger problematisch sei. Die ganze Sache müsse daher sehr nüchtern betrachtet werden. „Die individuellen Interessen der Anwohner sind mit dem Interesse der Allgemeinheit abzuwägen“, sagte Klauss.

Keine der von der Aseag vorgestellten Lösungen wurde von den Politikern als ideal angesehen. Die Variante mit einer Schleife durch die Faulenbruchstraße fand noch am ehesten ihre Zustimmung, auch wenn damit für einige Fahrgäste Wartezeiten und eine bis zu 13 Minuten längere Fahrzeit verbunden sind.

Wolfgang Schruff (PRB) etwa sprach von „der Wahl zwischen Pest und Cholera“ und regte an, die Streckenführung in einigen Punkten noch zu modifizieren. Heinz-Peter Straeten (SPD) schloss sich dem an. Auch Ingrid Karst-Feilen (Grüne) plädierte für die neue Variante. Sie würde aber auch in diesem Fall eine Alternative zur Wendeschleife bevorzugen, etwa in Form eines Wendehammers. „Wir müssen sehen, dass das Angebot möglichst attraktiv ist“, sagte sie. Anita Buchsteiner (PRB) teilte die Bedenken der Anwohner. „Es gibt bessere Alternativen“, sagte sie.

Silvia Bourceau (UWG) präferierte „mit Bauchschmerzen“ ebenfalls diese Variante. Gewünscht habe sich das keiner, man sei aber durch die Pläne der Aseag gezwungen, einen Ortsbus einzurichten. Statt einer einjährigen Testphase, forderte sie, schon im März über die bis dahin gemachten Erfahrungen zu diskutieren. Dann solle die Aseag auch Zahlen liefern, „damit die Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus gefällt werden muss“. In der Testphase solle zunächst ein Provisorium aufgebaut werden, um Geld zu sparen und das Konzept später „vernünftig umzusetzen“.

Bernhard Müller (Grüne) sagte, die entscheidende Frage sei, wie das Ortsbus-Angebot für die Nutzer attraktiv gestaltet werden könne.

Florian Rohn sprach sich für den Jugendbeirat für die ursprüngliche Variante durch die Kalfstraße aus. Ihm sei klar, dass man sich damit bei den Anwohnern nicht beliebt mache. 40 Prozent der Nutzer des Ortbusses seien aber Schüler. Es gelte die Interessen abzuwägen, und es sei ganz klar: „Jede andere Alternative würde den Ortsbus unattraktiver machen.“ Schließlich stünde hier eine Fahrzeit von sieben Minuten gegen eine Fahrzeit von 20 Minuten. „Dann kann man sich das Projekt sparen“, betonte er. Die Fahrt durch die Kalfstraße sei keine optimale Lösung, eine sinnvollere gebe es aber nicht. Zunächst gelte es, eine Testphase zu durchlaufen und Erfahrungen zu sammeln.

Mit Blick auf ein möglichst attraktives ÖPNV-Angebot hätte auch Michael Seidel (CDU)am liebsten zunächst einen Test der Variante durch die Kalfstraße gesehen. Grundsätzlich teile man die Bedenken der Anwohner. Es sei aber fraglich, ob die von den Anwohnern beschriebenen Situationen tatsächlich so eintreffen. Der Nutzen für die Allgemeinheit müsse im Vordergrund stehen, daher spreche sich seine Fraktion für einen Test der ursprünglichen Variante aus. Er befürchte aber, dass längere Fahrzeiten auch zu einer Zunahme des Individualverkehrs führen. „Dann kann man sich den Ortsbus sparen“, sagte er. Als sich eine Mehrheit für die Variante Faulenbruchstraße abzeichnete, erklärte sich auch Seidel bereit, diese mitzutragen.

Petra Knur (SPD) gab Rohn und Seidel grundsätzlich recht, „wenn es denn kleine Busse wären“. Aufgrund der Beschaffenheit der Kalfstraße sei diese Variante aber nicht machbar.

Bernhard Vogel wiederholte noch einmal die Argumente der Anwohner der Kalfstraße. „Wir müssen heute eine der Kröten schlucken. Dazu bin ich nicht bereit“, sagte er. Der parteilose Günther Severain sprach sich bei der Suche nach einem Kompromiss für den Einsatz kleinerer Busse außerhalb der Stoßzeiten aus. „Die Mehrkosten sind ein Kleckerbetrag im Vergleich zur Belastung der Bevölkerung“, erklärte er. Dr. Georg Dittmer (FDP) wunderte sich, über die lange Diskussion. Es sei abzusehen gewesen, dass die Variante Faulenbruchstraße zum Tragen komme. Die fand auch die Zustimmung der FDP.

Drei Gegenstimmen

Rainer Welzel (UWG) sprach von Versäumnissen der Aseag. Von der Umstrukturierung des ÖPNV würden in erster Linie Monschau und Simmerath profitieren. Die Überlegungen und Vorschläge aus der Gemeinde Roetgen seien hingegen nicht ausreichend berücksichtigt worden. Deshalb gelte es nach einer Testphase erneut mit der Aseag zu reden.

Mit zwei Gegenstimmen aus Reihen der UWG, einer Gegenstimme aus Reihen der PRB und einer Enthaltung aus Reihen der CDU wurde schließlich ein Test der neuen Linienführung durch die Faulenbruchstraße bis zum Frühjahr beschlossen.

Quellen: Eifeler Zeitung Grafik: ZVA/Thomas Heinen, Karte: mapz.com, Quelle: Aseag; Text: A. Gabbert

Ein großer Schritt für die Eifel! Roetgen und Teile von Simmerath bekommen schnelles Internet. In den letzten 5 Monaten haben sich in den beiden Gemeinden jeweils mehr als 40% der Bewohner für einen Anschluss entschieden.

Foto: Deutsche Glasfaser / Michael Bader

Jetzt etwas ausführlicher: Die Nachfragebündelung der Fa. Deutsche Glasfaser wurde für Roetgen erfolgreich abgeschlossen. Alle definierten Ausbaugebiete

- Roetgen,
- Roetgen-Süd,
- Roetgen-Gewerbegebiet,
- Rott und
- Mulartshütte

werden ausgebaut.

Die Deutsche Glasfaser berichtete heute, dass noch bis zum 30. November Verträge abgeschlossen werden können. Für Anwohner in der Raerener Straße und in der Bundesstraße zwischen Raerener Straße und Gewerbegebiet gibt es eine Zusage, dass diese zu Privatkundenkonditionen Verträge abschließen können. Für Anwohner außerhalb der Ausbaugebiete besteht seitens des Telekommunikationsunternehmens ebenfalls Gesprächsbereitschaft – je nach tatsächlichem Netzplan oder bei entsprechender Eigenleistung. Bitte sprechen Sie die Deutsche Glasfaser direkt an. Eine Buchung über die Website funktioniert in den genannten Fällen nicht.

Ausbaubeginn wird Januar 2018 sein. Die Baumaßnahmen sollen bis Sommer 2018 abgeschlossen werden.

Bauamtsleiter informiert im Bauausschuss auf Antrag der UWG. Schadstoffe auf Gelände gefunden. Problematische Leuchtwerbung.

Die Arbeiten für den neuen Edeka-Markt an der Rosentalstraße in Roetgen gehen nur schleppend voran, immer wieder kommt es zu Verzögerungen und Änderungen in der Planung. Das hat die UWG jetzt zum Anlass genommen, im Bauausschuss der Gemeinde einen Antrag zu stellen und um einen Bericht über den baurechtlichen Genehmigungsstand zu bitten. Aus der Bürgerschaft und der Nachbarschaft würden die UWG zunehmend Fragen zum Projekt „Edeka“ erreichen.

Verlagerung der Praxis

Durch die Verlagerung der kieferorthopädischen Praxis, die ebenfalls in dem alten Gebäude untergebracht war, in den vorderen Bereich des Grundstücks ergebe sich außerdem eine neue Planungssituation, die den Gremien der Gemeinde nicht im Detail bekannt sei, hatte die UWG in ihrem Antrag erklärt. Deshalb bitte man darum, das Projekt in der nächsten Sitzung des Bauausschusses vorzustellen, beziehungsweise die Veränderungen im Vergleich zur Ursprungsplanung zu erläutern und die Möglichkeit einzuräumen, Fragen zu stellen, etwa zum Lärm- und Sichtschutz, zu Werbeanlagen und zu den Parkplätzen.

Der Leiter des Bauamtes, Dirk Meyer, erläuterte in der Sitzung des Bauausschusses, dass das Projekt in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan genau beschrieben sei. Die Städteregion Aachen habe aber von den Festsetzungen abweichende Befreiungen ausgesprochen, die die kieferorthopädische Praxis, die Zufahrt und die Stellplätze betreffen würden. Über eine solche großzügige Auslegung könne man streiten, eine andere Vorgehensweise hätte aber zu weiteren Verzögerungen geführt, erklärte Meyer. Zwischenzeitlich hätte ein Geologe das Gelände auch untersucht, dabei seien Schadstoffe gefunden worden. Der Architekt habe aber mitgeteilt, dass die Arbeiten weiterlaufen können. „Es wird gearbeitet, aber nicht in dem Tempo, wie man es gerne hätte. Dass es zäh und schwierig ist, sehen sie jeden Tag“, sagte Dirk Meyer.

Problem Sichtschutz

Zuletzt hatte Edeka den Sommer 2018 als Eröffnungstermin genannt. „Ob das klappt, werden wir sehen“, sagte Meyer. Die selbstständigen Kaufleute, die den Markt leiten werden, stünden jedenfalls in den Startlöchern. Die Voraussetzungen seien da.

Der Sicht- und Lärmschutz sei teilweise ein Problem. An der Zufahrt von der Rosentalstraße aus werde nach einem Eigentümerwechsel des Grundstücks inzwischen nicht mehr mit einer kompletten Wand geplant, worauf die Gemeinde aber bestehe. Hier sei die Bauaufsicht in der Pflicht, sagte Meyer. Es gebe auch interne Streitigkeiten, wer für die Kosten aufkommen müsse. Das sei aber nicht das Problem der Gemeinde.

Mit Blick auf die geplante Errichtung eines Werbepylonen, der auch nachts leuchten soll, erklärte der Bauamtsleiter, dass dieser separat beantragt werden müsse. Ein entsprechender Antrag liege bislang aber nicht vor. Da die UWG die Sorge äußerte, dass dieser Pylon nur neben einem privaten Wohnhaus errichtet werden könne und für die Bewohner eine unzumutbare Belastung darstellen werde, einigte man sich darauf, dass der Antrag dem Bauausschuss vorgelegt werden soll.

Quelle: Eifeler Nachrichten

Text  A. Gabbert

Lässt sich mit weniger Politikern im Rat besser arbeiten?

Die Verwaltung der Gemeinde Roetgen schlägt eine Verkleinerung des Gemeinderates vor. Die Politik ist dagegen.

Eifeler Zeitung 

Quelle: Text: A. Gabbert 

Lässt sich mit weniger Politikern im Rat besser arbeiten?

Die Verwaltung der Gemeinde Roetgen schlägt eine Verkleinerung des Gemeinderates vor. Die Politik ist dagegen.

Wie viele Vertreter braucht der Rat der Gemeinde Roetgen? Über diese Frage wurde jetzt in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates diskutiert. Die Verwaltung hatte nämlich vorgeschlagen, die Zahl der zu wählenden Ratsmitglieder um zehn auf 22 zu reduzieren. Auch wenn damit eine Einsparung in Höhe von rund 10 500 Euro pro Jahr verbunden wäre, betonte Bürgermeister Jorma Klauss (SPD) im Lauf der Diskussion, dass es nicht ums Geld gehe. Vielleicht könne ein kleinerer Rat aber effektiver arbeiten, sagte Klauss.

 

Neues Grünes Blättchen Nr. 85

Eröffnung des Hauses für Menschen in Not

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